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Darmgesundheit - Rundum wohlfühlen
Verbessertes Bauchgefühl
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Darmgesundheit

Rundum wohlfühlen

Ob Sahnetorte oder Obstsalat, der Darm macht alles klein. Selbst wenn wir schlafen, gönnt er sich keine Ruhepause. Mehr noch: Er wehrt krankmachende Eindringlinge ab und er kann fühlen und denken.

Weiblicher Bauch mit HandRund 100 Millionen Nervenzellen befinden sich im Darm. Das sogenannte Bauchhirn steht in enger Verbindung mit dem zentralen Nervensystem, dem Gehirn. „Gefühle wie Glück, Trauer und Hass spüren wir zuerst im Darm, unserem zweiten Gehirn“, weiß der Umweltmediziner Klaus-Dietrich Runow, der seit über 25 Jahren Menschen mit chronischen Darmerkrankungen, Nahrungsmittelallergien, Schadstoffbelastungen und neurologischen Krankheiten behandelt.

Negativer Stress spielt bei vielen Beschwerden eine Rolle. So kann er Störungen im Magen-Darm-Trakt verstärken. Viele von uns haben schon erlebt, dass eine Prüfung auf den Magen schlägt oder buchstäblich eine durchschlagende Wirkung hat. Bei anderen bringt die Abneigung vor fremden Toiletten, etwa auf einer Reise, die Verdauung zum Erliegen. Alles ganz normale Reaktionen, die vorübergehen. Was aber tun, wenn die Beschwerden andauern und der Darm nicht regelmäßig arbeiten will?

Verstopfung

Eins steht fest: Abführmittel sind keine Lösung. Kurzfristig sorgen aggressive Präparate aus Sennesblättern, Faulbaumrinde oder Rhabarberwurzel für Erleichterung – bei Dauergebrauch legen sie das sensible Organ jedoch lahm. Mit einer konsequenten Ernährungsumstellung, viel Geduld und dem ein oder anderen Trick lässt sich im wahrsten Sinne des Wortes etwas bewegen. Faserreiche Pflanzenkost aus Obst, Gemüse, Salat, Hülsenfrüchten und Vollkorngetreide bringt Schwung in den Darm.

Tipp: Menschen, die Eisenpräparate einnehmen müssen, neigen zu Verstopfung. Eisenpräparate aus dem Reformhaus® werden meist gut vertragen.

Unerlässlich ist auch reichliches Trinken. Nur wenn genug Flüssigkeit zur Verfügung steht, können die Ballaststoffe quellen und der Darminhalt wird problemlos weitertransportiert. Darüber hinaus dienen viele Ballaststoffe den Darmbakterien, die zu einer guten Verdauung beitragen, als Nahrung. Geben Sie Ihrem Körper Zeit, sich langsam an mehr Ballaststoffe zu gewöhnen.

Divertikulose

Als Folge von chronischer Verstopfung kann sich eine Divertikulose entwickeln. So haben etwa zehn Prozent der 40-Jährigen und die Hälfte der über 80-Jährigen Divertikel, säckchenförmige Ausstülpungen, im Bereich des Dickdarms. In der Regel sind sie gar nicht zu spüren. Erst wenn sie sich entzünden (Divertikulose), treten Schmerzen auf. Es kann zu gefährlichen Komplikationen kommen. Sind die Entzündungen noch nicht fortgeschritten, genügt es oft, mehrere Tage nichts zu essen und sich einer Antibiotikabehandlung zu unterziehen.

Bei schweren Formen oder ständigen Entzündungen muss der betroffene Darmabschnitt unter Umständen operativ entfernt werden. Danach wird – sehr behutsam und Schritt für Schritt – auf eine vollwertige, ballaststoffreiche Kost umgestellt, die Bewegung in den Darm bringt. Bestehende Divertikel bilden sich nicht mehr zurück, Beschwerden und Entzündungshäufigkeit können aber durch gesunde Ernährungsgewohnheiten reduziert werden.

Hämorriden

Eine andere Begleiterscheinung eines trägen Darms können Hämorridalerkrankungen sein. Neben chronischer Verstopfung (Obstipation) trägt ein schwaches Bindegewebe zur Entstehung bei. Hämorriden sind an sich etwas ganz Normales, jeder Mensch hat sie von Geburt an. Die Gefäßpolster stellen einen Feinverschluss des Enddarms dar. Sind sie über längere Zeit überfüllt, kommt es zu einer krampfaderartigen Erweiterung – Fachleute sprechen von einer Hämorridalerkrankung.

Dann machen Hämorriden, entsprechend dem Schweregrad der Veränderung, zunehmend Beschwerden und sollten behandelt werden. Jetzt sollen Betroffene alles meiden, was zu einer Druckerhöhung des Blutes in den ­Hämorridalpolstern führen kann: starkes Pressen beim Stuhlgang und lange Sitzungen auf der Toilette.

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

aufgeschnittene PapayaDazu gehören die Krankheitsbilder Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Morbus Crohn wurde vor 80 Jahren zum ersten Mal als eigenständiges Krankheitsbild beschrieben. Nach ihrem Entdecker Burrill B. Crohn bekam die Krankheit später den Namen Morbus Crohn. Sie tritt besonders bei jungen Erwachsenen zwischen dem 16. und 30. Lebensjahr auf. Grundsätzlich kann die Erkrankung abschnittsweise den gesamten Magen-Darm-Trakt vom Mund bis zum Darmausgang befallen. Charakteristisch ist, dass jeweils nur einzelne Abschnitte betroffen sind und gesunde Teile dazwischen liegen.

Colitis ulcerosa bedeutet wörtlich übersetzt eine mit Geschwüren (Ulcera) einhergehende Entzündung des Dickdarms (Colon). Im Gegensatz zum Morbus Crohn ist die Colitis auf den Dickdarm beschränkt und befällt nur die oberflächlichen Schichten der Darmwand. Die Colitis verläuft meist schubweise; ähnlich wie beim Morbus Crohn können Veränderungen an Haut, Augen, Gelenken und Gallenwegen auftreten. Eine hilfreiche Adresse ist die Deutsche Morbus Crohn/Colitis ulcerosa Vereinigung DCCV e.V., Tel.: 030/20003920, www.dccv.de.

Durchfall

Er ist keine eigenständige Krankheit, sondern vielmehr ein Symptom, für das verschiedene Auslöser in Frage kommen. Am häufigsten reagiert der Darm mit einer beschleunigten Entleerung, wenn das Essen verdorben war. Um die Krankheitserreger und deren Gifte möglichst schnell auszuscheiden, strömen große Flüssigkeitsmengen durch den Darm. Unterstützen Sie diesen Prozess und trinken Sie bei akuten Durchfällen reichlich – am besten Mineralwasser und Tees (verdünnter Schwarz- oder Grüntee). Eine Prise Salz kann helfen, die ausgeschwemmten Mineralien zu ersetzen. Heilerde oder Silicea Magen-Darm-Gel aus dem Reformhaus® bindet Durchfallerreger und Giftstoffe wie ein Schwamm und fördert deren Ausscheidung.

Reizdarm

Die Anzeichen sind vielfältig: Völlegefühl nach den Mahlzeiten, Schmerzen im Unterbauch, Blähungen, Durchfälle und Verstopfung wechseln sich häufig ab. Die Beschwerden lassen in der Regel nach dem Stuhlgang nach und treten in der Nacht nicht auf. Das Reizdarm-Syndrom, kurz RDS, kann die Lebensqualität erheblich einschränken. In einer Studie der Universität Wien konnte gezeigt werden, dass eine Papaya-Zubereitung („Caricol“) sowohl bei Durchfall als auch bei Verstopfung, Blähungen und Krämpfen wirksam ist. Nach regelmäßiger Einnahme normalisierte sich der Stuhlgang bereits nach vier Wochen.

Frau trinkt ein Glas MilchDas Wirkprinzip: Energetisierung und Stärkung des so genannten mittleren Erwärmers. Die Reizdarm-Diagnose ist eine Ausschluss-Diagnose. „Meistens sind es nicht psychische Ursachen, sondern es liegen Allergien oder Pseudoallergien vor, Enzymschwächen oder mikrobiologische Fehlbesiedlungen“, erklärt der Arzt Klaus-Dietrich Runge. „Ich rate dazu, neben einer Stuhl- und Verdauungsanalyse die Nahrungsmittelunverträglichkeiten differenziert abzuklären.“

Oft, so die Beobachtungen des Umweltmediziners, machen auch ganz alltägliche Lebensmittel, wie zum Beispiel Getreide, krank. Ärzte wie er oder der Bad Sobernheimer Naturheilmediziner Dr. Axel Bolland sprechen in diesem Zusammenhang von einer Glutensensibilität. Gluten ist ein Eiweißbestandteil in Weizen und anderen gängigen Getreidearten. Darüber hinaus können Milchzucker und Fruchtzucker Darmbeschwerden auslösen. In dieser und in den nächsten Ausgaben berichten wir ausführlich darüber.

Doris Eschenauer

Lesetipps:

 

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