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Naturkosmetik

Nur echt mit Prüfsiegel

In jeder Drogerie gibt es heute Kosmetik, die „Natur” oder „Bio” ist. Nur selten handelt es sich dabei aber um Schönheitsprodukte auf Basis der Natur. Erkennbar sind hochwertige natürliche Kosmetika an verschiedenen Siegeln. Der ReformhausKurier stellt sie vor.

altOb Haarfärbemittel oder Gesichtscreme, Body-Lotion oder Shampoo, der Streifzug durch eine Drogerie oder einen Supermarkt zeigt: In vielen kosmetischen Produkten sind heute Aloe vera und Tigergras, Granatapfel oder Arganöl enthalten. Natürliche Inhaltsstoffe also, die die Haut mit Feuchtigkeit versorgen oder das Haar pflegen sollen. Doch viele als natürlich umworbene Schönheitspräparate haben mit hochwertiger naturbasierter Kosmetik nichts gemein.

Verbraucherschützer kommen nach Untersuchungen zu dem Schluss, dass die Kunden bei grünen Kosmetika häufig durch irreführende Angaben getäuscht werden. Natürliche Kosmetik ist mehr als ein wenig Aloe in der Creme oder ein Zusatz an Eukalyptus im Duschgel. Hinter welcher Kosmetik ein echtes grünes Konzept steht, zeigen die verschiedenen Siegel für natürliche Kosmetik, die heute auf Faltschachteln, Flaschen und Tuben zu finden sind.

Einheitliches Siegel fehlt

Ein einheitliches nationales oder europäisches Siegel für naturbasierte Kosmetik, so wie es bereits für Lebensmittel aus Bioerzeugung existiert, wird es allerdings vorerst für die grüne Kosmetik nicht geben. Zu unterschiedlich sind die Vorstellungen der Hersteller und Länder, was so ein Label gewährleisten muss. Klarheit wäre aber wichtig, denn der Markt für Kosmetik aus der Natur wächst und gedeiht: 2010 erzielte die Branche einen Umsatz von rund 2 Mrd. Euro.
Gut aber, dass hinter den bisher verfügbaren Labeln seriöse Kriterien stehen, deren Einhaltung von unabhängigen Instituten überprüft wird.

altNeuform-Siegel

Im Reformhaus® treffen die Kunden vor allem auf das neuform-Siegel für geprüfte Kosmetik. Es steht unter anderem für einen hohen Grad an Naturbelassenheit, an Wirksamkeit und Verträglichkeit. Dies wird durch den Einsatz von natürlichen Fetten, Ölen und pflanzlichen Rohstoffen gewährleistet, die häufig aus kontrolliert biologischem Anbau stammen. Die Rohstoffe werden so schonend wie möglich gewonnen, be- und verarbeitet. Auf Rohstoffe vom toten Tier wird ganz verzichtet, Tierversuche sind tabu. Und auch der Einsatz von Bestrahlung und Gentechnik ist verboten. Alle Produkte, die das neuform-Zeichen tragen, werden durch die neuform geprüft und zugelassen, zusätzlich unternehmen die Hersteller regelmäßig Produktkontrollen.

altEcocert

Europaweit gesehen findet man das Siegel der unabhängigen Kontrollorganisation Ecocert mit Sitz in Frankreich am häufigsten auf Kosmetika. Ca. 13.000 Produkte tragen dieses Label bereits, das seit 2002 vergeben wird. In Deutschland ist es ebenfalls auf vielen Produkten zu finden. Es gibt zwei verschiedene Ecocert-Qualitäten. Bei Kosmetik mit dem Siegel „Ökologische Naturkosmetik„ müssen 95 Prozent der Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs sein. Vorgegeben ist zudem, dass 95 Prozent der pflanzlichen Rohstoffe „bio” sein müssen. Das einfachere Signet „Naturkosmetik” bedeutet, dass ebenfalls 95 Prozent der Inhaltsstoffe aus der Natur stammen, jedoch müssen nur 50 Prozent der pflanzlichen Rohstoffe „bio” sein.

altBDIH-Zeichen

Viele Kosmetika aus dem Reformhaus, aber auch grüne Produkte in Drogerien und Naturkostläden tragen das Zeichen: BDIH – Kontrollierte Natur-Kosmetik – International Organic and Natural Cosmetics Corporation. BDIH steht für den Bundesverband Deutscher Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und Körperpflegemittel e. V.
Dieser Zusammenschluss vergibt das Label seit 2001. Kosmetik mit diesem Siegel darf nur natürliche Fette, Öle und Wachse enthalten. Die Rohstoffe sollten möglichst aus kontrolliert biologischem Anbau oder kontrollierter Wildsammlung sein. Vorgeschrieben ist dies aber nur für 15 Rohstoffe wie z. B. für Ringelblume und Kamille, Sonnenblumenöl und Rosmarin. Sie müssen immer „bio” sein. Wer Biokosmetik ausloben möchte, muss nachweisen, dass 95 Prozent der Rohstoffe aus zertifizierter Erzeugung stammen, Wasser und Mineralien zählen aber nicht zu den biofähigen Substanzen. Etwa 5800 kosmetische Produkte tragen dieses Label.

altNaTrue

Dieses Siegel ist das jüngste Zeichen für Naturkosmetika. Es wird erst seit 2008 vergeben, steht aber schon auf mehr als 450 Produkten (Stand 2010). Es wurde von verschiedenen Naturkosmetikherstellern entwickelt, die den Bioanteil stärker betonen wollten. Unterschieden werden bisher drei Qualitäts-Stufen, die jeweils durch Sterne gekennzeichnet sind. Sie unterscheiden sich vor allem durch ihren Anteil an Biozutaten und an Naturstoffen im Produkt. NaTrue mit drei Sternen bedeutet: Je nach Produktgruppe sind 20 bis 90 Prozent Naturstoffe enthalten. 95 Prozent dieser Naturstoffe müssen aus kontrolliert-biologischem Anbau stammen.
Statt der Sterne setzt NaTrue aber zukünftig auf neue Kommunikationstechnologien via Internet. Wer genau wissen möchte, welche Qualität sich hinter der jeweiligen Kosmetik verbirgt, kann mit Hilfe eines internetfähigen Fotohandys durch Scannen anhand eines auf dem Produkt angegebenen QR-Codes (Quick-Response) schon beim Einkauf aktuelle Informationen aus dem Internet abrufen.

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