Annemarie Lindner / Interview

Die Gründerin von Börlind

Als junges Mädchen litt Annemarie Lindner unter starker Akne. Regelmäßige Besuche beim Hautarzt brachten keine Linderung. So kam sie auf Naturkosmetik – und zur Kreation ihrer ersten eigenen Creme. Christine Winkler sprach 2010 mit der Gründerin der Marke Börlind.

altAnnemarie Lindner feierte im September 2010 ihren 90. Geburtstag.

In der ehemaligen DDR baute die gebürtige Berlinerin ihre eigene Firma für Naturkosmetik auf. Als der Betrieb endgültig enteignet werden sollte, flüchtete die gelernte Kosmetikerin 1958 mit ihrem Ehemann Walter, der Mutter und dem damals neunjährigen Sohn Michael (heute Geschäftsführer und ebenfalls Eigentümer) in den Westen. Dort gründete sie gemeinsam mit Hermann F. Börner die Firma Börlind.

Mit ihrer Überzeugung und Ausstrahlungskraft baute die Kosmetikerin die Firma in Calw zu einem weltweit erfolgreichen mittelständischen Familienunternehmen aus. Ihr Wissen und Können hat Annemarie Lindner zudem über Jahrzehnte in Schulungen, Beratungen und Vorträgen im ReformhausÒweitergegeben. 1985 verabschiedete sie sich offiziell in den Ruhestand. Ihr Sohn Michael leitet seitdem die Firma, die mittlerweile 180 Mitarbeiter beschäftigt.

Ihnen wurde 2010 der Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg verliehen. Was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung?

Sehr viel. Es ist für mich die Anerkennung meines Lebenswerks. Ich wurde in das Ludwigsburger Schloss eingeladen und der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Stefan Mappus, hat mir den Verdienstorden überreicht. Neben guten familiengerechten Arbeitsbedingungen würdigte er auch meinen Einsatz für soziale Projekte. Mittlerweile ist sogar eine Schule nach mir benannt worden: die Annemarie-Lindner-Schule in Nagold, ein Berufsschulzentrum des Kreises mit Gymnasialzweig. Darauf bin ich sehr stolz.

Sie blicken auf ein erfolgreiches Leben zurück. Die Firma Börlind besteht seit 51 Jahren. Wie sieht Ihre persönliche Schönheitspflege heute aus?

Ich bin noch genauso konsequent wie zu Beginn und lege Wert auf Systempflege. Wichtig ist die Reinigung, damit die Wirkstoffe gut aufgenommen werden können. Dafür verwende ich Reinigungsmilch. Im Anschluss kommt das Gesichts-Straffungs-Gel, eine Augenfältchencreme und Tages- oder Nachtcreme zum Einsatz, bevor ich meine Hals- und Dekolletécreme einmassiere. Am besten ist es, die Pflege in den täglichen Rhythmus einzubinden, also als festes Ritual. Da bin ich streng mit mir selbst. Länger als drei Minuten brauche ich dafür nicht!

Haben Sie in Sachen Schönheitspflege einen Tipp für unsere Leserinnen?

Ja, die konsequente, regelmäßige Pflege. Und typgerecht muss sie sein. Außerdem sollte man sich zwischendurch ein besonderes Extra gönnen. Ich schwöre auf unsere Intensiv-Pflegekapseln. Die Haut fühlt sich sofort glatter an.

Auf welches Produkt könnten Sie am wenigsten verzichten?

Ganz klar auf das Gesichts-Straffungs-Gel.

Eine ausgewogene Ernährung spielt für Gesundheit und Aussehen eine wichtige Rolle. Doch eine „kleine Sünde” zwischendurch muss erlaubt sein. Wann können Sie nicht widerstehen?

Ich gehe gerne zum Italiener und esse ein leckeres Eis. Und ab und zu gönne ich mir abends ein Gläschen Eierlikör. Das habe ich von Udo Lindenberg „gelernt”. Wir haben mal auf einer Veranstaltung nebeneinander gesessen. Er hat mir Eierlikör empfohlen, und ich probierte ihn dort zum ersten Mal. Schmeckt richtig gut.

Wann empfehlen Sie, mit regelmäßiger Pflege zu beginnen?

In jedem Fall rechtzeitig. Also in jungen Jahren, etwa ab 17. Für den Anfang reicht eine Reinigungsmilch und eine leichte Creme. Natürlich benötigt junge Haut kein Anti-Falten-Fluid. Das habe ich auch bei meinen vielen Schulungen immer wieder betont. Am besten erstmal das Hautbild analysieren, danach die passenden Pflegeprodukte empfehlen. Ehrlichkeit war dabei immer meine Devise.

Im Botox-Zeitalter nehmen auch Schönheitsoperationen stetig zu. Was halten Sie davon?

Gar nichts. Die Mimik wirkt danach so starr. Und nach dem Liften habe ich schon so viele verschobene Gesichter gesehen. Das lehne ich grundsätzlich ab. Getreu nach meinem Motto: Was ich nicht essen kann, kommt auch nicht auf meine Haut. Das gilt bis heute.

Was ist Ihnen wichtig?

Dass meine Gedanken auch weiterhin im Labor verwirklicht werden. Die natürlichen Inhaltsstoffe in den Kosmetikprodukten sind mir sehr wichtig. Außerdem wünsche ich mir, dass auch meine Enkelkinder in meine Fußstapfen beziehungsweise in die meines Sohnes treten und unser Unternehmen auch in ferner Zukunft weiterführen.


Unser Tipp: Die vielfältigen Börlind-Produkte finden Sie hier.

 

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