Krankmachende BakterienstämmeWas ist EHEC?Das Enterohämorrhagische Escherichia coli, abgekürzt EHEC, kann beim Menschen schwere Erkrankungen verursachen – bis zum hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) mit Nierenversagen führen, erklärt das Bundesinstitut für Risikobewertung (bfr-bund.de). EHEC kommen natürlicherweise im Darm von Wiederkäuern wie Rindern, Ziegen oder Schafen vor und werden mit dem Kot der Tiere ausgeschieden. Sie können direkt oder indirekt vom Tier auf den Menschen übertragen werden. Menschen infizieren sich in der Regel auf oralem Weg mit EHEC, also durch die Aufnahme über den Mund. Als häufigste Ursache ist der Verzehr von EHEC-kontaminierten Lebensmitteln, hauptsächlich Rohmilch und Fleischprodukte, beschrieben. Diese Lebensmittel können an fast allen Stellen der Produktionskette bis hin zum Verbraucher mit EHEC infiziert werden.
Warum können Gemüse und Obst belastet sein?Bis zum Mai dieses Jahres waren EHEC-Infektionen durch pflanzliche Lebensmittel unbekannt. Dann gerieten Gurken, Tomaten und Salat in den Fokus. Die Keime können auf pflanzliche Lebensmittel durch EHEC-belastetes Wasser oder Naturdünger gelangen. Außerdem ist eine sogenannte Kreuzkontamination in der Küche möglich, wenn Keime von verunreinigten Lebensmitteln (z. B. rohes Fleisch) auf Salat oder andere verzehrfertige Lebensmittel übertreten. Warum können Sprossen eine Ansteckungsquelle sein?Frische Sprossen, die in einem feucht-warmen Milieu heranwachsen, liefern zwar viele Vitalstoffe, können aber auch eine Quelle für Schimmelpilze und krankmachende Bakterien sein. Keime können sich in fertig verpackten Sprossen bereits innerhalb von wenigen Tagen stark vermehren. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt daher, Sprossen vor dem Verzehr zur Verringerung der Keimbelastung immer gründlich zu waschen und möglichst schnell zu verbrauchen. Aber: Weder Abwaschen noch Blanchieren hilft, wenn bereits das gekaufte Saatgut belastet ist. Mit Blick auf den aktuellen EHEC-Ausbruch sollten Verbraucherinnen und Verbraucher derzeit bis auf weiteres auf den Verzehr roher Sprossen verzichten, so der Rat des BfR. Ernährungswissenschaftler empfehlen grundsätzlich, Sprossen besser selbst zu ziehen, statt vorgezogene Sprossen zu kaufen. Die Saat sollte zweimal täglich gründlich durchgespült werden und die Keimboxen oder -schalen gut durchlüftet sein. Durch die Zugabe von Radieschen-, Rettich- oder Gartenkressesaat wird das Wachstum von Bakterien und Pilzen während des Keimvorgangs reduziert. Denn sie enthalten keimwidrige Senfölglycoside. Vor dem Verzehr können Sprossen kurz blanchiert werden – Soja- und andere Hülsenfruchtsprossen sollten ohnehin drei bis vier Minuten erhitzt werden. Wie kann man sich vor Ansteckung schützen?Den besten Schutz bietet eine sorgfältige Hygiene. Dazu gehört das gründliche Händewaschen nach dem Toilettengang und der Fahrt mit Bus oder Bahn genauso wie Sauberkeit in der Küche. Das Durchgaren der Lebensmittel tötet die Erreger ab und macht die von ihnen gebildeten Gifte unschädlich. Dabei muss eine Mindestkerntemperatur von 70°C über zwei Minuten Dauer erreicht werden. Bei der Verarbeitung von rohen tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Rohmilch und Eiern in der Küche gilt: Nicht in Kontakt mit Lebensmitteln bringen, die roh verzehrt werden (zum Beispiel Salat), auch nicht über Hände, und Küchenutensilien (siehe auch unser Beitrag „Lebensmittel richtig verarbeiten”). Sind Bio-Lebensmittel besonders kritisch?
Bioprodukte sind nicht mehr gefährdet als konventionelle Ware, weiß der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (boelw.de) in Berlin. Mikrobiologen und Ökolandbau-Forscher beschäftigen sich seit mehreren Jahren mit dem Thema EHEC und konnten keine spezifischen Risiken durch Bio-Lebensmittel feststellen. In den Medien wurde über eine besonders riskante Kopfdüngung von Gemüse mit Gülle berichtet. Diese Düngung ist jedoch im Gemüseanbau unüblich und wird auch von ökologischen Bauern nicht durchgeführt. Als völlig ungerechtfertigt bewertet Stefan Weigt vom Verband für Unabhängige Gesundheitsberatung e. V. (ugb.de) den Vorwurf, Biobetriebe und deren Verzicht auf Pestizide seien verantwortlich für die Ansteckung mit EHEC-Keimen. Was tun, wenn Durchfall auftritt?Der Zeitraum zwischen der Infektion und den ersten Durchfallsymptomen beträgt durchschnittlich drei bis vier Tage. Menschen, die an Durchfall erkranken, sollten auf eine strikte Hände-Hygiene achten, rät das Robert-Koch-Institut (rki.de). Und bei blutigem Durchfall umgehend einen Arzt aufsuchen, der eine Stuhluntersuchung veranlassen kann. Handelt es sich um eine „normale“ Durchfallerkrankung, bietet die Naturheilkunde Unterstützung an. Jetzt sollte man ausreichend trinken, um verlorengegangene Flüssigkeit und Mineralstoffe zu ersetzen, z. B. schwarzer Tee oder ein Tee aus getrockneten Heidelbeeren. Unser Tipp: Kauen Sie getrocknete Heidelbeeren zwischendurch. Auf der Glasreibe geriebene Äpfel und gekochte, pürierte Möhren liefern Quellstoffe wie Pektin. Silicea Magen-Darm Gel bindet Durchfallerreger und deren Giftstoffe wie ein Schwamm und fördert so deren Ausscheidung. Ebenfalls empfohlen werden Produkte zur Nahrungsergänzung mit probiotischen Keimen, die der Darmflora helfen, wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Lassen Sie sich im Reformhaus® beraten. |