Hygiene-Tipps für die Küche

Lebensmittel richtig verarbeiten

Hochsommerliche Temperaturen. Nachrichten über Lebensmittel-Infektionen machen die Runde. Doch nicht nur im Urlaub, auch im Privathaushalt lauert Gefahr. Wer auf Hygiene achtet, kann das Risiko minimieren. Fünf Hygiene-Tipps zur Vermeidung von Lebensmittel-Infektionen.

1. Tipps für den Umgang mit rohen Eiern
2. Leicht verderbliche Lebensmittel wie Fleisch, Fisch und Geflügel richtig verarbeiten
3. Stichwort Kühlkette: Lebensmittel richtig lagern und aufbewahren
4. Durchfall im Urlaub vermeiden – Essen und Trinken auf Reisen
5. Erste Hilfe bei Durchfall: Was kann man essen und trinken?

Wer mit rohen Eiern arbeitet, sollte zwischendurch immer wieder die Hände waschen, damit Keime keine Chance haben.

1. Tipps für den Umgang mit rohen Eiern

Eier und Eiprodukte stehen an der Spitze der durch verdorbene Lebensmittel ausgelösten Beschwerden. Gerade im Sommer ist besondere Vorsicht geboten. Die Krankheitsverursacher – bakterielle oder virale Erreger und deren Gifte – fühlen sich im warmen Milieu besonders wohl. Daher besser auf Speisen mit rohen Eiern verzichten, wie selbst hergestellte Mayonnaise und Tiramisu, und erst recht nicht über Stunden auf einem Büfett platzieren.

Weitere Regeln für den Umgang mit rohen Eiern:

  • kühl aufbewahren (bis max. 7 °C), möglichst frisch verarbeiten und nur saubere Eier aufschlagen.
  • Eierschalen und rohes Ei von anderen Lebensmitteln fernhalten.
  • auf der Arbeitsfläche verspritztes Eiweiß oder Eigelb mit einem Küchenkrepp wegwischen.
  • Küchengeräte sofort reinigen (nicht mit dem Spüllappen, der weiterverwendet wird).

2. Leicht verderbliche Lebensmittel wie Fleisch und Fisch richtig verarbeiten

Leicht verderbliche und in puncto Hygiene kritische Lebensmittel sind außerdem Fleisch, Fisch und Geflügel. Geht es in der Küche nicht nur vegetarisch zu, sollten ein paar Punkte beachtet werden.

Lagern: Empfindliche Rohware unter vier Grad im Kühlschrank lagern, das hemmt das Bakterienwachstum. Rohes grundsätzlich getrennt von verzehrfertigen Lebensmitteln aufbewahren, so können die Keime nicht überspringen.

Auftauen: Soll gefrorenes Fleisch, Fisch und Geflügel verarbeitet werden, diese zunächst ausgepackt in einer Schüssel im Kühlschrank auftauen lassen. Bei der Zubereitung überschüssige Flüssigkeit mit Küchenpapier abtupfen und entsorgen. Küchengeräte, Arbeitsplatte und Hände gründlich reinigen.

Zubereiten: Die tierischen Lebensmittel vor dem Verzehr ausreichend durchgaren. Bei der Speisenzubereitung zügig vorgehen, Rohes nicht unverarbeitet im Warmen liegen lassen. Um Kreuzkontaminationen zu vermeiden, Fleisch und Geflügel zum Schluss zubereiten.

Hygiene in der Küche: Spültücher, Schwämme und Geschirrtücher häufig wechseln und bei mindestens 60 Grad waschen.Möglichst Küchengeräte, Bretter, Schüsseln etc. verwenden, die sich leicht reinigen lassen; Spültücher, Schwämme und Geschirrtücher häufig wechseln und bei mindestens 60 Grad waschen.

Tipp: Auch von Rohmilch kann eine Gefahr ausgehen. Für Kleinkinder und abwehrgeschwächte Menschen besser abkochen. Vor dem Verzehr von Rohmilchkäse werden Schwangere regelmäßig gewarnt. Hier drohen Früh- und Fehlgeburten durch eventuell vorhandene Listerien.

3. Stichwort Kühlkette: Lebensmittel richtig lagern

Wer auf Einkaufstour geht, hält am besten eine Kühl- oder Isoliertasche für Lebensmittel aus der Kühlung bereit. Zu Hause die eingekaufte Ware möglichst schnell wieder in Kühl- oder Gefrierschrank geben, um die Kühlkette einzuhalten. Gelegentlich die Temperatur-Einstellungen überprüfen: Tiefgefrieren unter -18 Grad, Kühlen unter 7 Grad.

Sollen Essensreste für den nächsten Tag aufbewahrt werden, diese rasch abkühlen (eventuell im Eiswasserbad) und kühl stellen.

4.  Durchfall im Urlaub vermeiden – Essen und Trinken auf Reisen

So mancher erinnert sich vielleicht noch an Urlaube in südlichen Ländern, wo die Gäste mangels Sprachverständigung in die Küche geführt wurden, um einen Blick in die Kochtöpfe zu werfen. Dort brutzelten die Speisen des Tages oft über Stunden vor sich hin. Kein Wunder, dass sich Bakterien wohl fühlten, die Gäste nach dem Essen aber bald nicht mehr.

Montezumas Rache ist auch heute eine häufige Begleiterscheinung auf Reisen in exotischere Gefilde. Nicht umsonst gilt dann die Regel: Siede es, koche es, schäle es oder vergiss es! (Boil it, cook it, peel it, or forget it!). Flüssigkeiten sind da keine Ausnahme: Nur abgekochte Getränke oder solche aus original verschlossenen Flaschen, die Sie selbst öffnen können, sind empfehlenswert. Das gilt auch fürs Wasser zum Zähneputzen.

Ist Skepsis angebracht, sollte man vorsorgen und zwei Wochen vor dem Urlaub eine probiotische Kur machen bzw. darmunterstützende Mittel mitnehmen. Als Geheimtipp wird der Verzehr von Knoblauch gehandelt – das ist allerdings nicht jedermanns Sache und nicht überall salonfähig.

5. Erste Hilfe bei Durchfall: Was kann man essen und trinken?

Rebelliert der Bauch, braucht er besondere Zuwendung: viel Flüssigkeit, leichte Kost wie Reiswaffeln, Zwieback oder Knäckebrot und wenig Fett. Ein altes Hausmittel bei Durchfall ist geriebener Apfel. Bei der Herstellung leistet eine Glasreibe, die auch für Babys erste Obstbreie zum Einsatz kommt, gute Dienste.

Oder wie wär’s mit Möhrensuppe? Die Naturheilärztin Dr. Veronica Carstens empfiehlt 500 Gramm geschälte Möhren in einem Liter ein bis zwei Stunden zu köcheln. Anschließend pürieren und verbleibende Menge auf einen Liter auffüllen. Mit einem knappen Teelöffel Salz würzen.

Weitere bewährte Hausmittel gegen Durchfall:

  • dünner schwarzer Tee (10 bis 15 Minuten ziehen lassen)
  • getrocknete Heidelbeeren (kauen oder als Tee)
  • Heilerde und Silicium-Gel

Bei länger anhaltendem Durchfall sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Doris Eschenauer

 

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