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Seite 1 von 2 Gesunde VenenBeine hoch!Wenn nach einem heißen Tag die Beine schwer sind, kann eine Venenschwäche dahinterstecken. Das sollten Sie darüber wissen. Wodurch entsteht überhaupt eine Venenschwäche? Eine große Rolle spielt dabei die Veranlagung. „Zu rund 50 Prozent geht einer Venenerkrankung eine vererbte Bindegewebsschwäche voraus“, so Dr. med. Horst Peter Steffen, Chefarzt der Capio-Klinik am Park in Hilden, dem Venenzentrum in Nordrhein-Westfalen. „Hinzu kommen individuelle Risikofaktoren. Das können Schwangerschaften sein oder auch Hochleistungssport.“ Denn während regelmäßige Bewegung gesund für die Gefäße ist, kann Spitzensport die Venenfunktion beeinträchtigen. Auch berufliche Faktoren können schädlich sein.
Welche Berufe sind ungünstig?Einseitige Belastungen schwächen die Venengesundheit. Verkäuferinnen, die viel stehen müssen, oder auch Büroangestellte, die viele Stunden am Tag sitzen, sind besonders gefährdet. „Dabei versackt das Blut chronisch in den Beinen. Bewegung unterstützt dagegen das Hochpumpen in den Venen“, so der Venenfacharzt. Was passiert genau bei einer Venenschwäche?Unsere Arterien und Venen müssen Schwerstarbeit leisten. Rund 8.000 Liter Blut fließen am Tag von unserem Herzen bis in die kleinsten Gefäße, auch in die weit entfernten Zehenspitzen, und wieder zurück. Für den Rückfluss des sauerstoffarmen Blutes sind die Venen zuständig. Dabei helfen die Venenklappen, das Blut nach oben zu transportieren. Das funktioniert bei einer Venenschwäche nicht mehr richtig: Die Venenklappen schließen nicht ausreichend und das Blut kann nicht vollständig in Richtung Herz transportiert werfen. Es versackt teilweise. Wie viele Menschen haben Probleme mit den Venen?„Venenleiden sind ein Volksleiden. Wir sprechen hier von 20 Prozent der Bevölkerung, die eine festgestellte Erkrankung haben“, so Dr. Steffen. Dabei sind Frauen häufiger betroffen als Männer. Und ältere Menschen haben ein höheres Risiko als jüngere, vor allem weil das Bindegewebe im Alter schwächer wird. Viele ignorieren lange die Probleme mit den Beinen. „Aber es gibt auch schon Vierzehnjährige, die wir behandeln müssen“, ergänzt Steffen. Woran kann ich erkennen, ob ich betroffen bin?Typisch ist, dass morgens die Beine schlanker sind als abends. Eine Venenschwäche fördert Wassereinlagerungen, die oft zu sichtbaren Schwellungen an den Knöcheln führen. Die Stauungen verursachen ein Druckgefühl in den Beinen bis hin zu Schmerzen. Auch Krampfadern (Varizen) sind ein häufiges Symptom einer Venenschwäche. Um zu erkennen, ob eine Schädigung vorliegt, empfiehlt Dr. Steffen, in regelmäßigen Abständen einen Venen-Check machen zu lassen. „Er tut nicht weh und ist beliebig oft wiederholbar.“ Die Untersuchung erfolgt per Ultraschall, ohne jede Strahlungsbelastung. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Arzt nach einer phlebologischen Beratung. Rechtzeitig erkannt, kann man auch Spätfolgen wie offene Beine vermeiden. Für wen ist eine Früherkennung besonders wichtig?Vor allem Diabetiker sind gefährdet, da sich die Venenleiden durch eine erhöhte Entzündungsneigung verstärken. Was hilft bei Beschwerden?Eine klassische Behandlungsmethode ist die Kompression, beispielsweise durch Stützstrümpfe. Die Venen werden durch den äußeren Druck unterstützt. Aktive Unterstützung kommt zudem von der Wadenmuskulatur: Jede Anspannung drückt die Venen zusammen, die selbst über keine Muskeln verfügen. Viel spricht also für regelmäßige Bewegung. Gehen Sie spazieren, schwimmen oder machen Sie Venengymnastik. Wie kann man am besten vorbeugen?Möglichst langes Stehen und Sitzen vermeiden. Besser zwischendurch ein paar Schritte gehen. Überhaupt sind Gehen und Laufen der beste Schutz vor Venenerkrankungen. Ebenfalls schädlich: Rauchen und starkes Übergewicht. Positiv sind dagegen eine gesunde Ernährung, regelmäßige Flüssigkeitszufuhr (mindestens zwei Liter täglich trinken) und Kneippanwendungen. „Ich empfehle meinen Patienten kalte Güsse. Untersuchungen zeigen, dass die Wirkung sogar bis zu zwölf Stunden anhält“, betont Dr. Steffen. Yvonne Hagen
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