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Schädlingen natürlich begegnen

Aus die Laus!

Es ist zum Verzweifeln – fast  über Nacht sind die Rosen wieder voller Läuse. Lassen Sie sich davon nicht entmutigen: Sie können Schädlinge mit natürlichen Mitteln in Schach halten. Dafür brauchen Sie ein bisschen Geduld – und die Kraft der Gegenspieler.

altIn jedem Jahr tauchen sie wie aus dem Nichts wieder auf. Mit ihren haarfeinen Rüsseln saugen die Läuse begierig den süßen Pflanzensaft. Jetzt heißt es für uns Gärtner: Nerven bewahren! Ein erfahrener Kollege erzählte, er hätte Folgendes beobachtet. Stockt das Wachstum aufgrund kühler Witterung, sind sie plötzlich da. Der Grund: In den Pflanzen reichern sich zuckerhaltige Verbindungen an, die die Läuse anziehen. Ebenso schnell können die kleinen Biester jedoch auch wieder verschwinden. Und tatsächlich: Von der Läuse-Invasion im Frühsommer ist nach zwei bis drei Wochen nichts mehr zu sehen, außer vielen weißen Fusseln an den Pflanzen. Auf den ersten Blick sehen diese zwar aus wie Läuse, es handelt sich allerdings nur noch um deren Häute.

Die Pflanzen jedenfalls haben diese erste Attacke meist erstaunlich unbeschadet überstanden. Vielleicht finden sich an Johannisbeersträuchern schrumpelige Blätter, die sich durch den Speichel der Läuse verformt und verfärbt haben. Der Pflanze allerdings schadet das nicht. Deshalb Hände weg vom Gift – denn mit etwas Zeitverzögerung tauchen nach einem Schädlingsbefall auch die natürlichen Feinde, also die Nützlinge, auf.

Marienkäfer lassen sich ungern diesen Braten entgehen. Bis zu 150 Läuse vertilgt jeder Käfer täglich. Nimmt die Population der Läuse sprunghaft zu, zieht ebenfalls die Geburtenrate der Käfer an. Auch die Käferlarven, die aussehen wie winzige schwarze Echsen mit orangefarbenen Punkten, haben etwa den gleichen Appetit wie ihre Eltern. Noch gefräßiger als Marienkäfer sind Schwebfliegenlarven. Jede vertilgt etwa 900 Läuse, bis sich die Larven nach 8 bis 14 Tagen zu schwarz-gelb gestreiften Schwebfliegen verpuppen. Sie ähneln den Wespen, besitzen jedoch weder eine Wespentaille noch einen Stachel und schwirren im Gegensatz zu jenen lautlos und elegant durch die Lüfte. Während des Flugs können sie scheinbar bewegungslos auf der Stelle verharren. Ihre Eier legen sie mitten in die Blattlauskolonien hinein.

altUnterschlupf für Nützlinge

Auffallend schön sind ebenfalls die Florfliegen mit den hellgrünen Flügeln und ihren goldglänzenden Augen. Ihre braunen Larven fallen dagegen kaum auf. Sie besitzen scharfe, zangenartige Kiefer, mit denen sie die Läuse knacken – rund 500 Stück während des Heranwachsens, das bis zu 22 Tage dauern kann. Die erwachsenen Florfliegen verspeisen nur noch Pollen und Honigtau.

Die nützlichen Helfer lassen sich von blühenden Kräutern wie Dill und Kerbel sowie von Sommerblumen wie zum Beispiel Margeriten, Sonnenblumen und Zinnien in den Garten locken. Am liebsten verkriechen sich Marienkäfer und andere Nützlinge in dunklen Nischen und Ritzen, in denen sie auch  überwintern. Bieten Sie ihnen daher Unterschlupf an. Dazu einfach in Holzstämme Löcher mit unterschiedlichem Durchmesser bohren sowie Schilf und kurze Bambusstäbe bündeln und aufhängen. Hilfreich sind auch Gartenecken, in denen Zweige und Holz vor sich hin modern dürfen.

Michael Breckwoldt

 

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