Hautpflege/Interview

Die Haut und ihr Bio-Rhythmus

Unterschiedliche Bedürfnisse bestimmen die tägliche Hautpflege für Gesicht und Körper. Dr. Dieter Schmalz, Herstellungsleiter und Geschäftsführer von Arya Laya, erklärt, warum wir schon lange nicht mehr nur mit einer Creme auskommen.

Warum benötigen wir eine spezielle Gesichts- und Körperpflege?


altDie Haut hat unterschiedliche Bedürfnisse, Körper- und Gesichtshaut unterscheiden sich. Vor allem im Gesicht ist die Haut dünner. Außerdem wird sie häufiger der UV-Strahlung, Luftverschmutzung usw. ausgesetzt als der restliche Körper. Diesen schützt man ja mit Kleidung, zum Beispiel vor Kälte, Wind, Umwelteinflüssen und Sonneneinstrahlung.

Insofern empfiehlt sich hier eine spezielle Pflege. Wobei aber auch die Kleidung Nachteile mit sich bringen kann. Im Sommer schwitzt man stärker darunter, die Textilien können außerdem manche Stoffe an den Körper abgeben, die mehr oder weniger verträglich sind. Sodass also auch der Körper mit einigen Belastungen zu kämpfen hat und zusätzlich Unterstützung sinnvoll ist.

Wie erkenne ich, welche Art von Emulsion der Haut gut tut?

Wenn die Haut von Natur aus sehr fettet, dann ist eher eine Öl-in-Wasser-Emulsion angesagt. Ist die Haut aber trocken und fettarm, dann empfiehlt sich eine Wasser-in-Öl-Emulsion. Es kommt also auf den Hauttyp an. Allerdings darf man darüber hinaus nicht vergessen, dass die Haut einem natürlichen Biorhythmus unterliegt. Daher stammt auch die klassische Einteilung der Tages- und Nachtcremes.alt

Die Nachtcreme besteht meistens aus einer Wasser-in-Öl-Emulsion. Tatsächlich ist es so, dass die Haut am Tag eher etwas wasserärmer ist. Somit kann eine Öl-in-Wasser-Emulsion günstiger sein. In der Nacht ist sie fettärmer und wasserreicher, es herrscht daher die umgekehrte Situation.

Und Ähnliches gilt auch für Sommer und Winter. Im Sommer mangelt es der Haut an Wasser, im Winter an Fett. Deshalb sollte man gerade im Winter auch am Tag ein reichhaltigeres Produkt benutzen. Besonders bei Minusgraden schützt es besser und bildet eine Barriere gegen die Kälte.

Die Öl-in-Wasser-Präparate sollten aber immer genügend Feuchtigkeitsfaktoren enthalten, die das Wasser binden. Ansonsten kann bei heißen Temperaturen das Wasser aus der Haut verdunsten und die Emulsion holt es sich dann aus den unteren Schichten nach und trocknet die Haut so zusätzlich aus. Dem lässt sich mit hohem Feuchtigkeitsfaktor entgegenwirken.

Warum empfehlen sich Gele besonders für fettende und empfindliche Haut?


Man unterscheidet zwischen Wasser- und Öl-Gelen. Bei fettender Haut sind wasserhaltige Gele deshalb beliebt, weil sie fett- und ölfrei sind. Natürlich sollte aber auch dieser Hauttyp nicht vollkommen entfettet werden, da ansonsten davon immer mehr nachproduziert wird. Insofern muss nach der Reinigung auch hier etwas Fett zugeführt werden.

Bei reifer Haut benutzen wir in der Brigitte B-Serie ein Öl-Gel als Reinigungspräparat (anstelle von Reinigungsmilch), damit die Haut eben nicht so stark entfettet wird. Das Ergebnis ist eine schöne und geschmeidige Haut.

Wann empfehlen Sie eine Lotion, wann eine Creme?


Ursprünglich ist der Begriff Lotion für Gesichtswasser benutzt worden, aber mittlerweile hat er sich in der uns bekannten Bedeutung etabliert. Früher sprach man von Milch, aber heute ist sie als Körperlotion, also als flüssige Öl-in-Wasser-Emulsion, bekannt. Diese wird übrigens auch gern in Reinigungspräparaten eingesetzt. Sie nehmen in diesem Fall überschüssiges Fett von der Haut auf.

Ein wesentlicher Grund, Lotionen für die Körperpflege zu benutzen, ist die einfachere Handhabung. Sie lässt sich leichter verteilen und ist somit bequemer in der Anwendung. Im Allgemeinen sind Cremes reichhaltiger, haben einen höheren Fettanteil und mehr Wirkstoffe, was den Verbraucher natürlich in der Gesichtspflege überzeugt.

Christine Winkler

 

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